Rheinische Post 9 juni 2009:
"Weiter gegen Reaktivierung"
Kleve (RP) Kranenburg-Groesbeek - Die Chancen auf eine Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Nimwegen und Kleve sind wieder gesunken (wir berichteten). In der niederländischen 20 000-Einwohner-Gemeinde Groesbeek besteht offenbar nach wie vor kein Verlangen danach, die Linie wieder zum Leben zu erwecken. Mit dem Groesbeeker Bürgermeister Gerd Prick (62 Jahre alt), der für sechs Jahre im Amt bestätigt wurde, unterhielt sich gestern RP-Redakteur Peter Janssen.
Waren Sie überrascht, als die Nachricht, Groesbeek habe seine Blockadehaltung gegen die Reaktivierung der Bahnstrecke aufgegeben, kolportiert wurde?
Gerd Prick: Ich war es, denn davon kann keine Rede sein. Wie es zu der Einschätzung gekommen ist, kann ich nicht erklären. Klar ist, dass wir es nach wie vor nicht wollen, dass unsere Gemeinde in zwei Teile zerlegt wird.
Wie steht der Groesbeeker Rat zu dem Thema?
Prick: Bis auf vielleicht die Grünen sind alle dagegen. Und die mehrheitliche Meinung in der Bevölkerung ist nicht anders.
Hätte die Reaktivierung denn nicht auch für Groesbeek Vorteile?
Prick: Die sehe ich nicht. Eine Bahnverbindung nach Nimwegen ist kaum schneller als der Bus. Die Bahn muss auch an der Universität und anderen Stellen halten. Zudem hat die Machbarkeitsstudie klar ausgesagt, dass diese Verbindung nicht rentabel ist.
Die Studie ist vor zehn Jahren erstellt worden. Die Rahmenbedingungen ändern sich. In Kleve wird eine Fachhochschule gebaut, die mit der Uni in Nimwegen zusammen arbeitet, der Flughafen in Weeze wird immer mehr von Niederländern genutzt?
Prick: Dennoch werte ich die Strecke als nicht wirtschaftlich. Meine Bürgermeisterkollegen aus Kranenburg und Kleve haben auch immer betont, dass sie zwar nichts gegen eine Reaktivierung hätten, jedoch dürfe diese ihnen keinen Cent kosten. Die Rechnung geht nicht auf.
Derzeit wird erneut eine Machbarkeitsstudie von einer englischen Uni erstellt. Was, wenn dort andere Ergebnisse herauskommen?
Prick: Aus jetziger Sicht kann ich mir keine Reaktivierung vorstellen. Die Nachteile überwiegen einfach die Vorteile.